Geräuscharmer Range Extender nimmt Reichweitenangst

Rheinmetall Automotive betreibt aktuell ihren gemeinsam mit der FEV GmbH entwickelten Range Extender für Elektrofahrzeuge erfolgreich im Versuchsbetrieb. Der Versuchsträger auf der Basis eines FIAT 500 hat bereits umfangreiche Tests bei Rheinmetall Automotive durchlaufen. Das Kundenecho aus Versuchsfahrten bei verschiedenen Automobilherstellern unterstreicht dabei die gesteckten Ziele bei der Entwicklung des Aggregats. Hier wurde besonders einer unmerklichen Geräusch- und Vibrationsentwicklung des 2-Zylinder-V-Motors mit der FEVcom-Schwingungskompensation große Aufmerksamkeit geschenkt.

Aufgrund seiner speziellen Konstruktion mit aktiver Schwingungskompensation und günstiger Aggregatelagerung weist die vorgestellte Lösung optimale Werte bei NVH (Noise-Vibration-Harshness) auf, so dass der Eindruck des geräuscharmen elektrischen Fahrens beim Anspringen des Range Extenders kaum beeinträchtigt wird.

Der Range Extender ermöglicht eine sehr große Flexibilität in der Festlegung seiner Betriebsstrategie. In Abhängigkeit von den Einsatzpunkten und Lasten, die für seinen Betrieb festgelegt werden, kann die "Betriebsphilosophie" des Aggregats sehr genau für die jeweiligen Einsatzbedingungen optimiert werden.

Die Vorteile des Aggregats liegen zum einen darin, dass es die Batteriegröße und die Kosten der Batterie reduziert sowie das entstehende Zusatzgewicht verringert. Außerdem kann die gewohnte Reichweite ohne lange Ladezeiten unterwegs erzielt werden. So nimmt es dem Fahrer die "Reichweitenangst", ein bei der Einführung der Elektromobilität nicht zu unterschätzendes Argument.

Experten und der Gesetzgeber sehen Range Extender generell als Wegbereiter für die breite Akzeptanz von Elektrofahrzeugen und gehen davon aus, dass es dafür eine ganz neue Gattung sehr kleiner Ottomotoren geben wird. Da diese nur in seltenen Fällen auf die vorhandenen Produktionslinien der Automobilhersteller passen und vermutlich die absehbaren Stückzahlen zunächst nicht sehr hoch sein werden, bieten sich attraktive Möglichkeiten für Zulieferer. Rheinmetall Automotive verfügt zum einen über ein breit gefächertes Produktportfolio und zum anderen über die in diesem Zusammenhang notwendigen Entwicklungskompetenzen. Das weitgehend universell verbaubare Modul ermöglicht darüber hinaus einen positiven Skaleneffekt und eine Begrenzung des Entwicklungs- und Applikationsaufwands.

Das neue Rheinmetall Automotive Aggregat besteht aus einem Zweizylinder-Ottomotor in V-Bauweisemit einer vertikal stehenden Kurbelwelle und zwei Generatoren mit Zahnradantrieb. Alle Komponenten sind bis auf den Kraftstofftank und den Kühler als einbaufertiges Modul vormontiert. Die stehende Kurbelwelle ermöglicht eine niedrige Bauhöhe, sodass das Modul beispielsweise auch im Unterflurbereich eingebaut werden kann oder in der Reserveradmulde eines Kleinwagens Platz findet. Diese Einbaumöglichkeit geht mit dem geringsten Modifikationsaufwand gegenüber dem herkömmlichen Fahrzeugaufbau einher und belässt interessante Optionen für das Fahrzeug-Package und Styling von Kleinwagen.

Das Aggregat ist so konzipiert, dass die Fahrzeugschnittstellen auf ein Minimum reduziert sind und die Fahrzeugintegration sich vergleichsweise unproblematisch gestaltet. Der Range Extender lässt sich auf diese Weise auf eine Ausstattungsoption reduzieren. Das Automobil kann so mit oder ohne Range Extender ausgeliefert werden und trägt dem Gedanken eines Baukastensystems Rechnung.

Brückentechnologie reduziert Kosten

Was den Markt für Elektrofahrzeuge angeht, sieht die Situation aktuell so aus, dass viele Verbraucher Befürchtungen haben, die Reichweite der Batterie könnte nicht ausreichen ("Reichweitenangst") und außerdem hohe Mehrkosten scheuen. Eine Brückentechnologie wie die des Range Extenders könnte den Einstieg in die Generation batteriebetriebener Fahrzeuge beschleunigen und den Gesetzgeber bei seinen Bemühungen um die CO2-Emissionsreduzierung unterstützen.

Der Range Extender ist darüber hinaus in der Lage, weitere Einschränkungen elegant aufzulösen: In Temperaturbereichen, in denen die Batterie beim Laden- und Entladen ungünstige Wirkungsgrade durchläuft, kann der Range Extender Wärme oder Kälte bereitstellen, was letztlich einen weiteren Beitrag zur CO2 Verbrauchsreduktion bedeutet. Durch den Range Extender ist ein Fahren mit dem gewohnten Komfort durch Heizung und Klimaanlage möglich, ohne eine deutliche Reichweitenreduzierung in Kauf nehmen zu müssen.

Rheinmetall Automotive AG

Karl-Schmidt-Straße
74172 Neckarsulm GermanyTelefon: +49 7132 33-0Telefax: +49 7132 33-2796E-MailRoute

Film Range Extender