Rheinmetall Automotive im ersten Halbjahr 2020

Starker Umsatzrückgang und striktes Kostenmanagement in der Corona-Krise

Die Rheinmetall Automotive AG konnte sich im ersten Halbjahr 2020 den negativen Auswirkungen der globalen Krise in der Automobilindustrie nicht entziehen und verzeichnete einen Umsatzrückgang um 34% auf 956 MioEUR (Vorjahr: 1.440 MioEUR). Währungsbereinigt sank der Umsatz um 33%. Die globalen Fertigungszahlen von Light Vehicles gingen gemäß den Angaben von IHS Markit Vehicle Production Forecast (Update vom 4. August 2020, Fahrzeuge unter 6t) im ersten Halbjahr 2020 im Vorjahresvergleich um 33% zurück.

Dazu Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG: „Bei Automotive waren wir wie die gesamte weltweite Automobilbranche insbesondere im zweiten Quartal von den massiven Produktionsrückgängen und der allgemeinen Marktschwäche betroffen. Mit einem strikten Kostenmanagement ist es uns aber gelungen, die krisenbedingten Auswirkungen deutlich einzugrenzen. Daran halten wir fest. Die Situation im Unternehmensbereich Automotive bleibt nach wie vor sehr herausfordernd, aber wir werden in den kommenden Monaten alles daran setzen, uns beim operativen Jahresergebnis dem Break-even so weit wie möglich zu nähern und das Geschäft in den Folgejahren wieder positiv zu entwickeln.“

Automotive schloss die ersten sechs Monate 2020 in Folge des krisenbedingten Umsatzrückgangs mit einem operativen Ergebnis von -41 MioEUR ab, nach 102 MioEUR im ersten Halbjahr 2019. Die operative Marge betrug -4,3% (Vorjahr: 7,1%). Das berichtete Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag im ersten Halbjahr 2020 mit -341 MioEUR ebenfalls deutlich unter dem Vorjahreswert von 104 MioEUR, was größtenteils aus den im zweiten Quartal 2020 erfassten Wertminderungen in Höhe von 300 MioEUR resultiert.

Ausschlaggebend für die negative Entwicklung des operativen Ergebnisses war vor allem der krisenbedingt fehlende Umsatz im zweiten Quartal 2020, der sich – aufgrund des zeitweise nahezu vollständigen Stillstands der Automobilproduktion in Europa und Nordamerika – um mehr als die Hälfte (53%) gegenüber dem Vorjahreswert reduzierte. Dieser Entwicklung steuerte die Unternehmensführung durch ein striktes Kostenmanagement entgegen. Durch umfangreiche und schnell wirkende Maßnahmen konnte die negative Ergebnisentwicklung im Automotive-Bereich in ihrer Höhe deutlich abgemildert werden. Zur Sicherung der Liquidität wurden zudem die Nettoinvestitionen im ersten Halbjahr um 40% gegenüber dem Vorjahr reduziert.

Die Division Mechatronics erreichte im ersten Halbjahr 2020 Umsatzerlöse von 520 MioEUR. Der Umsatz lag damit um 288 MioEUR oder 36% unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Das operative Ergebnis der Division verringerte sich infolge des Umsatzrückgangs auf -15 MioEUR, nach 66 MioEUR im Vorjahr.

Die Umsatzerlöse der Division Hardparts lagen im ersten Halbjahr 2020 mit 332 MioEUR um 172 MioEUR oder 34% unter dem Vorjahreswert. Trotz der beschriebenen Maßnahmen zur Kostenreduktion betrug das operative Ergebnis der Division Hardparts -29 MioEUR und lag somit um 51 MioEUR unter dem Vorjahreswert.

In der Division Aftermarket reduzierten sich die Umsatzerlöse im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 26 MioEUR oder 15% auf 150 MioEUR. Das operative Ergebnis der Division betrug 6 MioEUR. Dieser Rückgang um 11 MioEUR gegenüber dem Vorjahreswert von 17 MioEUR wurde sowohl durch geringere Umsätze als auch durch die erstmalige Zuordnung von Aktivitäten im Bereich Mikromobilität zur Division Aftermarket verursacht.

In China konnten die dortigen Joint-Venture-Gesellschaften, die in den Umsatzzahlen des Unternehmensbereichs Automotive nicht enthalten sind, nach dem frühzeitigen Corona-bedingten Umsatzeinbruch im ersten Quartal 2020 ihre Umsätze im Zuge der Erholung der chinesischen Automobilkonjunktur im zweiten Quartal wieder steigern. Im ersten Halbjahr 2020 erreichten die Gesellschaften einen Umsatz von 393 MioEUR und lagen damit 14% unter dem Vorjahreswert. Im Vergleich dazu ging die Produktion von Light Vehicles in China im gleichen Zeitraum um 22% zurück.

Ausblick
Im Unternehmensbereich Automotive sind die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Endkunden-nachfrage, die Produktionszahlen der Automobilhersteller und auf die globalen Lieferketten weiterhin nicht verlässlich prognostizierbar. Ein an die veränderte Marktsituation angepasster Umsatz- und Ergebnisausblick für das Gesamtjahr 2020 ist unter den gegebenen Unsicherheiten weiterhin nicht möglich. Unter der Voraussetzung, dass ein erneuter Lockdown ausbleibt, wird für den Bereich Automotive aus heutiger Sicht ein operatives Jahresergebnis zwischen -30 MioEUR und Break-even angestrebt.


Zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen
Diese Mitteilung enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Diese Aussagen basieren auf den gegenwärtigen Einschätzungen und Prognosen der Rheinmetall AG sowie den ihr derzeit verfügbaren Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Diese sind vielmehr von einer Vielzahl von Faktoren abhängig; sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Rheinmetall übernimmt keine Verpflichtung, die in dieser Mitteilung gemachten zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.

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